Start zweier assoziierter Projekte zur Verringerung des Einsatzes und der Resistenzausbreitung von Antibiotika in der Tierhaltung

Unser langjähriger Verbundpartner, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) aus Potsdam, startet in diesem und im nächsten Jahr zwei neue Projekte, die thematisch stark mit dem LFV INFECTIONS verknüpft sind. Bei den internationalen Forschungsprojekten stehen die Verbesserung des Tierwohls und die Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Milchviehhaltung und in Hühnerfarmen im Fokus.

06.12.2021 · FV INFECTIONS´21

Das Projekt MEDiCow startete bereits diesen Monat und hat das Ziel durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, neuronaler Netze und Datenwissenschaft eine individualisierte Mastitis-Risikobewertung in der Milchviehhaltung zu entwickeln. Eine Mastitis, also eine Entzündung des Euters, zählt zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen bei Milchkühen und beeinträchtigt die Tiergesundheit und die Milchqualität gleichermaßen. Durch ein schnelles und tierindividuelles Frühwarnsystem könnte der Einsatz von Antibiotika in Zukunft erheblich reduziert und zugleich die Wirtschaftlichkeit und das Tierwohl erhöht werden. Das deutsch-irische Projekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die kommenden drei Jahre gefördert.

  • Weiterführende Informationen zu dem Projekt MEDicow – Individualisierte Mastitis-Risikoeinschätzung in der Milchviehhaltung durch Sensoren, Digitalisierung und künstliche Intelligenz finden Sie hier

Bei dem zweiten Projekt mit dem Namen ENVIRE handelt es sich um eine Interventionsstudie, bei der das Potenzial verschiedener Maßnahmen auf die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in Hühnerfarmen und deren Umgebung untersucht werden soll. In dieser experimentellen Studie, bei der sechs Arbeitsgruppen aus Deutschland, Frankreich, Litauen, Polen und Tunesien ihre Expertise bündeln, soll untersucht werden, ob und in welchem Maße Änderungen in der Haltung, der Art des Arzneimitteleinsatzes oder der Lagerung und Reinigung von Dung und Abwässern zu einer Reduzierung von Arzneimittelresistenzen führen und die Übertragung in die Umwelt auf den Menschen verringern. Das Projekt wird von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre gefördert und nimmt seine Arbeit im April 2022 auf.

  • Weiterführende Informationen zu dem Projekt ENVIRE - Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von antimik-robiellen Resistenzen in Masthähnchen über die Umwelt zum Menschen finden Sie hier