Leibniz-Forschungsverbund
INFECTIONS´21

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INFECTIONS´21 Veranstaltungsreihe: Antibiotikaresistente Keime in der Umwelt - ein Gesundheitsrisiko?

02. Mai 2019

Am 21.05.2019 ist es wieder soweit: Unserer Veranstaltungsreihe „ Zu Land, zu Wasser und durch die Luft - Wie sich Infektionserreger ausbreiten“ macht Station in Berlin. Dieses Mal liegt der Fokus auf der Fragestellung, ob antibiotikaresistente Keime in der Umwelt ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen. Denn in der Tierhaltung werden erhebliche Mengen antimikrobieller Substanzen zur Gesunderhaltung der Tierbestände, zur Behandlung erkrankter Tiere und zur Mast eingesetzt. Dies führt dazu, dass innerhalb der Tierhaltung resistente Bakterien herausselektioniert werden. Über die Abluft aus Stallungen sowie Gülle und Dung gelangen diese Bakterien aber auch Antibiotikarückstände nachweislich in die Umwelt.


Im ersten Vortrag des Abends wird PD Dr. Bernd-Alois Tenhagen vom Bundesinstitut ür Risikobewertung in Berlin erörtern, wie wenig über den Verbleib dieser Bakterien, ihr Überleben in Konkurrenz mit der Umweltmikroflora  und ihre Fähigkeit, Resistenzgene an andere Umweltbakterien weiterzugeben bekannt ist. Viele der Bakterien sind an ihre Wirtstiere angepasst, nicht aber an die Umwelt außerhalb der Stallungen. In dem Vortrag wird sowohl der Umfang des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung als auch die Resistenzsituation bei Bakterien, die von Nutztieren stammen, dargestellt. Prof. Dr. Kornelia Smalla vom Julius Kühn- Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig geht in ihrem Vortrag auf die Frage ein, wie sich Bakteriengemeinschaften an verändernde Bedingungen und Antibiotika, Schwermetallverbindungen oder Pestizide in der Umwelt anpassen. Dabei spielen übertragbare genetische Elemente wie Plasmide eine große Rolle. Diese Plasmide können oft Gene tragen, die eine Resistenz gegen verschiedene Wirkstoffe, Schwermetalle und Desinfektionsmittel gleichermaßen vermitteln. Im Rahmen des Vortrages wird beleuchtet, ob diese Resistenzgene auf andere Umweltbakterien übertragen werden können und welche Faktoren diese Übertragung begünstigen. Im Anschluss an die zwei Vorträge soll wieder gemeinsam mit den teilnehmenden Gästen diskutiert werden, inwiefern diese Keime ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen. Moderiert wird der Abend von Prof. Dr. Hans-Peter Grossart vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) aus Berlin.
Diese Veranstaltung ist Teil  der Vortragsreihe „Leibniz-Lektionen“, einer Kooperation der Leibniz-Gemeinschaft und der Urania Berlin.

 

Öffentliche Vortragsveranstaltung, Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich