Leibniz-Forschungsverbund
INFECTIONS´21

© Shutterstock

News

Eine vernetzte Welt gestalten: Tuberkulose auf der Agenda des G20-Gipfels

Pressemitteilung vom 10.07.2017

Die Zunahme antimikrobieller Resistenzen stellt eine wachsende Bedrohung für das Gesundheitswesen dar. Um diese globale Herausforderung zu bewältigen, wurden auf dem G20-Gipfel in Hamburg konkrete Maßnahmen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen beschlossen. Diese Maßnahmen sind in die gemeinsame Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs aufgenommen worden.  Dabei wurden zwei Kernthemen herausgearbeitet, die durch nationale Aktionspläne bis Ende 2018 auf den Weg gebracht werden sollen: Zum einen soll der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika bei Tieren gefördert werden und zum anderen soll die antimikrobielle Grundlagenforschung, die klinischer Forschung sowie die Produktentwicklung vor allem im Hinblick auf Tuberkulose vorangetrieben werden. 

Das Forschungszentrum Borstel, der Leibniz-Forschungsverbund INFECTION´21 und Leibniz-Zentrum für Infektionsforschung (LCI) haben diese Themen bereits vor einiger Zeit in den Fokus Ihrer Forschungsagenda gerückt und widmen sich seitdem intensiv der Erforschung der wichtigsten Infektionskrankheiten, um verbesserte Präventionsstrategien und neue Therapieansätze vor allem im Bereich der Tuberkulose zu entwickeln. Ärzte und Wissenschaftler des Forschungszentrums Borstel engagieren sich seit Jahren für die Ausbildung von Kollegen und den Aufbau von Infrastrukturen in Osteuropa und im südlichen Afrika, wo das Problem der Antibiotikaresistenz der Tuberkulose besonders gravierend ist. Forscher aus Borstel haben innovative Verfahren entwickelt, die eine hoch präzise Vorhersage von Antibiotikaresistenzen ermöglicht. Dadurch können Patienten frühzeitig mit maßgeschneiderten Therapien behandelt werden. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickeln und testen Borsteler Wissenschaftler und Ärzte neue Medikamente, die auch dann noch wirksam sind, wenn die herkömmlichen Behandlungen bereits versagen.

Das Forschungszentrum Borstel begrüßt die Verabschiedung der konkreten Maßnahmen und die in der Erklärung eingebrachte Einladung an alle Experten und Länder, sich an weiteren Initiativen zu beteiligen. Prof. Ulrich Schaible, Direktor des Programmbereichs Infektionen und Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Infections’21 sagt dazu: ‚In unserem Leibniz Forschungsverbund kommen nicht nur biomedizinische, sondern auch agrar-, klima- und sozialwissenschaftliche Fragestellungen zur Verbreitung resistenter bakterieller Krankheitserreger zum Tragen. Wir plädieren nachdrücklich dafür, dass die von Deutschland auf die Agenda der G20 gesetzte Thematik der Antibiotikaresistenzen jetzt innenpolitisch zu konkreten Umsetzungsmaßnahmen führen muss.‘

Großes europäisches Forschungsnetzwerk zu Citizen Science etabliert sich

In Berlin treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 32 Ländern, um Forschung über Citizen Science zu betreiben.

Im Rahmen des europäischen Programms zur Förderung der Kooperation in Wissenschaft und Technologie COST (framework for COoperation in Science and Technology) hat das Museum für Naturkunde Berlin gemeinsam mit Partnern aus europäischen Ländern Mittel zur Erforschung der gesellschaftlichen Wirkungen von Citizen Science eingeworben. „Mit 32 beteiligten Ländern ist diese COST Action eine der größeren“, sagt Katrin Vohland, Museum für Naturkunde Berlin, die diese Initiative leitet. „Wir sind überwältigt vom Interesse an dem Thema Citizen Science. Wir wollen verschiedene gesellschaftliche Gruppen aus quasi allen europäischen Ländern an Forschung beteiligen, auch um an der Idee der Aufklärung und Wertschätzung von Wissenschaft festzuhalten.“

In der Citizen Science - COST Action (Citizen Science to promote creativity, scientific literacy, and innovation throughout Europe) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 32 Ländern an Fragen des Zugangs der Bevölkerung zu Wissenschaft, Technologie und Innovation, mit einem speziellen Fokus auf den Ansatz von Citizen Science. Citizen Science, auf Deutsch Bürgerwissenschaft, bedeutet, dass sich Laien am Forschungsprozess beteiligen. Häufig werden Daten von Ehrenamtlichen erhoben, aber auch die Entwicklung der Fragestellung oder die Interpretation der Daten gehören zum Forschungsprozess. Welche technischen Möglichkeiten gibt es, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Institutionen und Laien zu verbessern? Wie können benachteiligte gesellschaftliche Gruppen einbezogen werden? Funktioniert Bürgerwissenschaft in Osteuropa anders? Mit diesen und anderen Fragen wird sich das Netzwerk befassen. Die Auftaktveranstaltung findet am 12. und 13. Dezember 2016 in Berlin statt.

Mehr Informationen:
Zur offiziellen Seite: http://www.cost.eu/COST_Actions/ca/CA15212?
Link zum Programm: http://cs-eu.net/

Quelle: https://idw-online.de/de/news664859